Mailing März 2021

Sehr geehrte Unterstützer*innen des PSZ, liebe Freund*innen,

heute möchten wir Ihnen zwei der neuen Projekte in 2021 etwas ausführlicher vorstellen und wie immer einen Überblick über unsere Veranstaltungen im nächsten Monat April geben.

Das Projekt „Durchstarten in Ausbildung und Arbeit“
Geduldete und gestattete Geflüchtete haben es aufgrund ihrer ungesicherten Aufenthaltsstatus im Regelfall besonders schwer, in Unterstützungsangebote der Arbeitsförderung zu finden und davon auch zu profitieren. Diese damit einhergehende eingeschränkte Zukunftsperspektive stellt für betroffene Geflüchtete, von welchen viele bereits in ihren Heimatländern und auf ihrer Flucht traumatisierende Erfahrungen machen mussten, einen weiteren erheblichen Belastungsfaktor dar. Hier setzt die die Initiative der Landesregierung Nordrhein-Westfalen an, welche auf kommunaler Ebene durch die Stadt Düsseldorf umgesetzt wird. Geduldete und gestattete Geflüchtete im Alter von 18 bis 27 Jahren werden durch unterschiedliche Angebote gezielt dabei unterstützt, in Ausbildung und Arbeit zu kommen und darin zu bleiben. Im Rahmen der Initiative können nun sechs Förderbausteine gezielt genutzt werden, sodass Möglichkeiten geschaffen werden, dass Teilnehmende perspektivisch ihren Lebensunterhalt selbständig bestreiten können. Im Rahmen des ersten Förderbausteins „Coaching“ bietet das PSZ gemeinsam mit der Graf-Recke-Stiftung ein niederschwelliges, individuelles kultur- und traumasensibles Coaching für junge Geflüchtete an, bei denen aufgrund von Traumafolgesymptomen ein besonderer Unterstützungsbedarf besteht. So sollen Schwierigkeiten effektiv aufgefangen werden, um Maßnahme-, Ausbildungs- und Beschäftigungsabbrüche zu verhindern sowie soziale Teilhabe zu fördern. Dieses auf die Bedarfe besonders belasteter geduldeter und gestatteter Geflüchteter zugeschnittene Coaching ist innerhalb des Projekts in der Stadt Düsseldorf einzigartig.

Unsere Kollegin Asita Shirali führt das Coaching durch und ist für das PSZ die Ansprechpartnerin für das Projekt.

Das Projekt InTo Justice – Interdisciplinary Documentation and Holistic Rehabilitation of Torture“

Mit dem neuen AMIF-Projekt InTo Justice haben wir dieses und nächstes Jahr wieder die Möglichkeit, an einem unserer Kernthemen – die Arbeit mit Klient*innen, die Folter erfahren haben – intensiv weiterzuarbeiten. Das von der EU finanzierte Projekt wird von der Medizinischen Flüchtlingshilfe Bochum e.V. koordiniert, zudem sind als Projektpartner*innen dabei: die Institute für Rechtsmedizin am Universitätsklinikum Düsseldorf sowie am Universitätsklinikum Gießen, die Ambulanz für transkulturelle Psychosomatische Medizin und Psychotherapie des LVR-Klinikum Düsseldorf sowie die BAfF – die bundesweite Arbeitsgemeinschaft der Psychosozialen Zentren für Flüchtlinge und Folteropfer e.V.

Ähnlich dem zwischen 2018 und 2020 durchgeführten AMIF-Projekt „in:Fo – interdisziplinär Folterfolgen erkennen und versorgen“ können wir im InTo Justice-Projekt Klient*innen ein Case Management über den Versorgungspfad anbieten und damit die Betroffenen während des gesamten Prozesses begleiten: vom Erkennen der Folterfolgen über eine interdisziplinäre Sachverhaltsaufklärung bis hin zu Rehabilitationsbedarfen. Wir freuen uns besonders, dass die für die Betroffenen so zentrale interdisziplinäre Zusammenarbeit auch innerhalb unseres kleinen Projektteams vorhanden ist: hier tragen wir ärztliche, psychotherapeutische, sozialarbeiterische, juristische und ethnologische Perspektiven zusammen.

Zugleich können wir mit dem Projekt auch Schulungsaktivitäten zur Identifikation von Folterüberlebenden in Unterkünften, für Primärversorgende und für Mitarbeitende von Behörden sowie Schulungen zur interdisziplinären Sachverhaltsaufklärung durchführen und uns weiter für die Etablierung und Verbesserung von Strukturen für Schutz und Rehabilitation von Folterüberlebenden einsetzen.

In Kürze finden Sie weitere Informationen zum Projekt auf der Website www.folterfolgen.de. Für das PSZ liegt die Projektkoordination ab April bei Carina Heyde.

Informationen zu unseren Veranstaltungen und Fortbildungen im April:
Aufgrund der aktuellen Pandemie-Situation finden weiterhin alle Veranstaltungen digital statt.

Am Mittwoch, den 14.04.2021 von 15:00-18:00 Uhr mit Dr. Diana Ramos Dehn: „Geflüchtete Kinder und Jugendliche in der Psychotherapie – Einblicke in die Praxis”. Fortbildung für Ärzt*innen und Psychotherapeut*innen.

Am Mittwoch, den 14.04.2021 von 09:00-14:30 Uhr mit Sabine Rauch: „Psychohygiene”. Fortbildung für Sprachmittler*innen in der Beratung und Therapie von Geflüchteten.

Am Donnerstag, den 15.04.2021 von 14:30-17:00 Uhr mit Sara Schajan: Hilfe-/ Beratungsstrukturen. Fortbildung für Ehrenamtliche in der Flüchtlingsarbeit.

Die Teilnahme ist kostenlos. Bitte melden Sie sich verbindlich an, damit wir planen können. Die Anmeldung koordiniert in diesem Jahr unsere Kollegin Martina Höttges über die Mailadresse fortbildung [at] psz-duesseldorf [dot] de.

Über die Veranstaltungen im Mai werden wir Sie in diesem Mailing Mitte April informieren.

Den Veranstaltungskalender für das Jahr 2021 finden Sie auch online auf unserer Webseite. Schauen Sie doch gerne mal vorbei: https://psz-duesseldorf.de/fortbildung-forschung/fortbildungskalender/

Herzliche Grüße aus dem PSZ Düsseldorf