Solidarität für alle Menschen in der Ukraine und in anderen Kriegsregionen dieser Welt!

“Der Krieg in der Ukraine verursacht schweres menschliches Leid, seelische und körperliche Wunden, er zerreißt Familien und sorgt für Flucht, Verlust, Tod – wie jeder Krieg in den Herkunftsländern der PSZ Klient*innen. Bereits seit 2014 sterben Menschen in der Ukraine infolge der militärischen Interventionen, aber die Entwicklungen seit dem 24.2.22 zeigen eine neue Eskalationsstufe und eine massive Bedrohung, für alle. Wir möchten unsere ungeteilte Solidarität aussprechen für alle Menschen in der Ukraine und in anderen Kriegsregionen dieser Welt, die Kriegshandlungen ausgesetzt sind und täglich um ihr Leben bangen müssen. Im PSZ Düsseldorf befinden sich viele geflüchtete Kriegsüberlebende in Beratung und Therapie, ebenso wie Regimegegner*innen, die mit Verfolgung, Folter und Tod bedroht wurden – beispielsweise auch durch das russische Regime. Unser großer Respekt gilt daher auch den mutigen Demonstrant*innen und Journalist*innen, die in Russland ihren Protest öffentlich kundtun oder Informationen veröffentlichen und damit ihr Leib und Leben riskieren – für die Achtung der Menschenwürde, für Frieden und Demokratie. Wir sind durch unsere Einzelfallarbeit Zeug*innen dessen, was Regimegegner*innen angetan werden kann.

Wir unterstützen die Aufnahmebereitschaft der Gesellschaft, des Landes, der Bundesregierung und der EU, ukrainischen Geflüchteten schnell und unbürokratisch einen Schutzstatus – ohne Asylverfahren- zu gewähren. Geflüchtete benötigen neben unmittelbaren Schutz, Nahrung und Gesundheitsversorgung eine reale Perspektive, einen Zugang zu Bildung und Regelschule, menschenwürdige Wohnsituationen sowie die Möglichkeit zur Partizipation in dieser Gesellschaft. So finden viele von ihnen einen Weg zurück in die Normalität und in ein Leben ohne Angst. Dies gilt für alle Flüchtenden weltweit, die wegen Gewalt, Krieg, Verfolgung ihre Heimat verlassen. Wir setzen uns für eine Gesellschaft ein, die bereit ist, Flüchtende aufzunehmen und willkommen zu heißen – unabhängig von Herkunft, von Hautfarbe und Religion. Unsere Sorge gilt aktuell jenen Geflüchteten, die ihrerseits Schutz gesucht hatten in der demokratischen Ukraine – beispielsweise aus Tschetschenien, aus Belarus und anderen Staaten der ehemaligen Sowjetunion, sowie ausländischen Studierenden in der Ukraine, viele aus afrikanischen Herkunftsstaaten. Es ist unklar, über welchen Nationalpass sie jeweils verfügen, wie schnell sie Aufnahme in anderen Ländern finden können. Wir wissen aber u.a. aus den schmerzhaften Erfahrungen in Libyen, dass marginalisierte Migrant*innen im Falle von militärischen Auseinandersetzungen in eine besonders schutzlose Situation geraten und für sie in der Regel extrem wenig Unterstützung vor Ort und reale Fluchtoptionen bestehen. Diese Gruppe bedarf besonderen Schutzes, sichere Fluchtrouten und guter Aufnahmebedingungen.”